Kriminalität Nach tödlichem Schuss bei Kirmes: Festnahme

Am Kirmesgelände in Lüdenscheid wird ein Passant erschossen. Die Mordkommission vermeldet am Abend einen ersten Fahndungserfolg. Spezialkräfte hatten eine Wohnung durchsucht.

Polizeibeamte gehen über das Kirmesgelände Hohen Steinert.
Foto: Markus Klümper/dpa Polizeibeamte gehen über das Kirmesgelände Hohen Steinert.

Lüdenscheid (dpa/lnw) - Nach dem tödlichen Schuss auf einen 40-Jährigen bei einer Kirmes in Lüdenscheid haben die Ermittler am Montagabend einen Mann gefasst. Laut gemeinsamer Mitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft nahmen Spezialkräfte einen Tatverdächtigen in Lüdenscheid fest und durchsuchten seine Wohnung. Zu weiteren Details, Alter und Hintergründen wollten sich die Ermittler am Abend vorerst nicht äußern.

Am Montag hatten die Ermittler noch eine Öffentlichkeitsfahndung auf der Basis von Videomaterial vorbereitet, wie die Staatsanwaltschaft in Hagen am Vormittag mitteilte. Aus einer sechsköpfigen Gruppe sollen demnach nach einem Streit Schüsse abgefeuert worden sein, die offenbar einen Unbeteiligten trafen. Die Mordkommission hatte bereits mehrere Zeugen vernommen.

Auf einer Kirmes in Lüdenscheid im Nordwesten des Sauerlandes war es am Samstagabend zu einer «körperlichen Auseinandersetzung» zwischen einem 16-Jährigen und der sechsköpfigen Gruppe gekommen. Als der Jugendliche und sein 52-jähriger Vater die Gruppe zur Rede stellen wollte, seien diese in ein Wohngebiet geflüchtet.

Zwei von ihnen hätten während der Flucht den Angaben zufolge Schüsse aus einer Schreckschusswaffe und aus einer scharfen Schusswaffe abgegeben. Dabei sei der 40-Jährige aus Gummersbach tödlich getroffen worden. Polizei und Staatsanwaltschaft suchen nun nach Hinweisen zu den jungen Männern, die schätzungsweise zwischen 16 bis 20 Jahre alt sein sollen.

Auf der Kirmes, die trotz des Vorfalls fortgesetzt wurde, sei das Sicherheitspersonal nach dem Vorfall verstärkt worden, teilten die Veranstalter am Montag mit, «so dass solche Auseinandersetzungen noch besser und schneller erkannt und frühzeitig unterbunden werden können».

Man sei überzeugt, die Kirmes wie in den vergangenen Jahren friedlich zu Ende bringen zu können, um allen Besuchern nach zweijähriger Pause ein paar schöne, unbeschwerte Stunden auf der Kirmes zu bescheren.

«Wir als Veranstalter bedauern diesen Vorfall zutiefst und bekunden allen Beteiligten und vor allem den Angehörigen des Verstorbenen größte Anteilnahme», so die Macher der Steinert Kirmes.

Nach Angaben der Polizei haben die Flüchtigen einen «südländischen Phänotyp». Vier seien dunkel gekleidet gewesen, einer mit einem grauen Jogginganzug, einer mit einem weißen T-Shirt.

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