Krankheiten Verdacht auf Affenpocken in Köln: So gefährlich sind sie

Die Affenpocken breiten sich in Europa aus: Nun gibt es auch einen ersten Verdachtsfall bei uns in NRW. Doch wie gefährlich ist das Virus?

Affenpocken unter dem Elektronenmikroskop.
Foto: Essbauer/Sanitätsdienst der Bundeswehr/dpa Affenpocken unter dem Elektronenmikroskop.

In Köln gibt es einen Verdacht auf eine Affenpocken-Infektion. Ein Mann, der typische Symptome der Krankheit aufweise, stehe zu Hause unter Quarantäne, teilte die Stadt am Montag mit. Das Testergebnis stehe noch aus. Am Freitag war erstmals in Deutschland in München ein Fall von Affenpocken bestätigt worden.

Was ist über den Verdachtsfall in Köln bekannt?

Nach Angaben des nordrhein-westfälischen Gesundheitsministeriums gibt es keine Verbindung in NRW zu dem Fall in München. Bei dem Fall in Köln geht das Ministerium von einem Kontakt zu einem Ausbruch der Affenpocken auf Gran Canaria aus.

Unterdessen gibt die Stadt Düsseldorf Entwarnung für ihr Gebiet im Fall des Affenpocken-Infizierten, der in München behandelt wird. Diese Person habe sich zuvor zwar tatsächlich in Düsseldorf aufgehalten. Die Gesundheitsbehörde in München habe jedoch ermittelt, dass der Aufenthalt im Düsseldorfer Stadtgebiet vor der eigentlichen Ansteckung des Patienten mit dem Affenpocken-Virus stattgefunden habe, teilte eine Sprecherin der Stadt Düsseldorf am Montag mit. Die Ansteckung sei demnach erst bei einem Zwischenstopp auf der Weiterreise nach München erfolgt.

Woher kommt das Virus und wie gefährlich ist es?

In welchem Umfang sich der aus Afrika stammende Erreger bereits international verbreitet hat, ist noch offen. Gesundheitsbehörden zufolge verursacht das Virus meist nur milde Symptome, kann aber auch schwere Verläufe nach sich ziehen. Die Krankheit trägt den Namen Affenpocken, nachdem der Erreger 1958 erstmals bei Affen in einem dänischen Labor nachgewiesen wurde. Fachleute vermuten, dass das Virus eigentlich in Hörnchen und Nagetieren zirkuliert, Affen und Menschen gelten als sogenannte Fehlwirte.

WHO empfiehlt Kontaktnachverfolgung

Kontaktpersonen würden ermittelt und bekämen Verhaltensregeln genannt, um eine Weiterverbreitung des Virus zu verhindern, heißt es vonseiten der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Kliniken und Bevölkerung müssten für die Symptome sensibilisiert werden.

Von wissenschaftlicher Seite gelte es zu prüfen, wie infektiös das kursierende Virus sei und ob es sich um eine mutierte, ansteckendere Variante handle. Da in Deutschland ein Großteil der Bevölkerung nicht mehr gegen Pocken geimpft ist, ist das Potenzial an Infektionen durch den Erreger hierzulande damit deutlich größer als etwa noch vor 20 Jahren. Je nach weiterer Entwicklung müsse man Pockenimpfungen in Erwägung ziehen. Die Pocken gelten seit 1980 als weltweit ausgerottet, seither wird nicht mehr dagegen geimpft. Prinzipiell wäre ein wohl gut wirkender Impfstoff aber verfügbar.

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