Eishockey-WM 2027 WM in Deutschland - «Ein Meilenstein für den DEB»

Neben dem WM-Halbfinaleinzug, der Medaillenchance und Qualifikation für Olympia 2026 darf sich der Deutsche Eishockey-Bund über noch eine frohe Kunde freuen. Die WM 2027 findet in Deutschland statt.

Die Figuren von Asterix und Obelix stehen am 16.03.2017 als Maskottchen der Eishockey-WM vor dem Kölner Dom.
Foto: Henning Schoon/dpa/Archivbild Die Figuren von Asterix und Obelix stehen am 16.03.2017 als Maskottchen der Eishockey-WM vor dem Kölner Dom.

Tampere (dpa) - Zehn Jahre nach dem Turnier in Köln und Paris wird Deutschland im Mai 2027 wieder eine Eishockey-Weltmeisterschaft ausrichten. In der Abstimmung am Freitag im finnischen Tampere fiel die Entscheidung klar für die deutsche Bewerbung mit den Spielorten Mannheim und Düsseldorf aus. 102 und damit 75 Prozent der Stimmen gingen an den Deutschen Eishockey-Bund (DEB), nur 34 und damit 25 Prozent an Kasachstan als einzigem Konkurrenten. «Das ist ein Meilenstein für den DEB», sagte DEB-Präsident Peter Merten: «Eine Heim-WM ist für die Spieler sicherlich mit das Größte.»

Nach dem überraschenden Halbfinaleinzug mit der Chance auf den Gewinn der ersten deutschen WM-Medaille seit 70 Jahren bei der derzeit laufenden Weltmeisterschaft in Lettland und Finnland ist die Entscheidung für den DEB die nächste erfreuliche Nachricht. «Es ist Wahnsinn, was die Mannschaft leistet. Es ist schön, dass wir so eine Geschichte erzählen können», sagte DEB-Generalsekretär Claus Gröbner: «Es geht weiter - Es könnte eigentlich nicht schöner sein im Moment.»

Der Zuschlag ist auch finanziell notwendig, um auch zukünftig alle sportlichen Reformen umsetzen zu können. «Aktuell haben wir noch ordentlich Liquidität, aber wir müssen natürlich haushalten mit steigenden Kosten», sagte Merten: «Wir wollen das, was wir zusätzlich reinholen, weiter in die Jugend, in die Frauen investieren, damit wir auch in sechs, acht Jahren wieder Nationalmannschaften haben, die in ein Halbfinale oder Finale kommen.»

Deutschland galt für die Vergabe der WM in vier Jahren als Favorit, am Donnerstag hatten die beiden möglichen Ausrichter beim Weltverbands-Kongress ihre Konzepte präsentiert. 

«Ich gratuliere dem Deutschen Eishockey-Bund herzlich zur erfolgreichen Bewerbung», wurde Sportministerin Nancy Faeser (SPD) in einer Mitteilung zitiert. «Dies ist auch ein weiterer Erfolg für die Sportnation Deutschland und wird noch mehr Menschen in unserem Land für den Eishockey-Sport begeistern.» 2017 und 2010 hätten deutsche Fans bewiesen, «mit welcher Leidenschaft und Fairness sie den Eishockey-Sport feiern» können. 

Ob wie bei der Heim-WM 2010 das Eröffnungsspiel in einem Fußballstadion stattfinden soll, ist noch offen, aber «nicht unrealistisch», sagte Gröbner. Es sei kein Geheimnis, dass der DEB ein Freiluftspiel gern wiederholen würde. Vor 13 Jahren waren rund 78 000 Zuschauer zum WM-Eröffnungsspiel Deutschland gegen USA (2:1 nach Verlängerung) auf Schalke gekommen.  

Zuletzt hatte Deutschland 2017 gemeinsam mit Frankreich eine WM ausgerichtet. 2024 steigt die WM in Tschechien mit den Spielorten Prag und Ostrava, 2025 ist an Schweden und Dänemark mit den Austragungsorten Stockholm und Herning vergeben. Die Schweiz wird die WM 2026 veranstalten.

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