05.12.2022 | Service Die schönsten Weihnachtlieder: Diese Geschichten verbergen sich dahinter

'Let it snow' oder auch 'Driving Home For Christmas' haben eines gemeinsam: Sie sind große Weihnachtshits. Doch wusstet ihr, dass sich hinter den Songs jeweils eine bestimmte Geschichte verbirgt? Diese erzählen wir euch hier...

Foto: Adobe Stock/Africa Studio

Auf der Suche nach der Bedeutung von einem ganz bestimmten Weihnachtssong? Klickt euch hier durch die Übersicht:

Chris Rea: Driving Home For Christmas

Viele Weihnachtshits sind ja geplant, absichtlich schon im Sommer geschrieben, um an Weihnachten die Charts damit zu krönen. Es gibt aber einen Song, der wirklich zufällig entstanden ist. Wir sind in London, Weihnachten 1979 - Ein Pärchen hat wenig Geld. Eigentlich zu wenig. 180 Pfund für die gesamte Weihnachtszeit. Klar: Als Musiker verdient man nicht so viel, wenn man am Anfang der Karriere steht. Chris versucht sein zweites Album im Studio fertig zu kriegen. Aber über die Feiertage läuft halt nichts.

Seine Frau wartet schon im Auto

Die Stimmung der beiden ist jetzt nicht gerade am Höhepunkt – und dann kommt auch noch dieser zähe Stau dazu – so zäh wie der Nebel in London. Chris beobachtet die Menschen in den anderen Fahrzeugen und versteht die Welt nicht mehr! „Es ist doch Weihnachten! Warum sind alle so mies gelaunt?“ Aggressivität liegt in der Luft. Doch Chris fängt im Auto an zu summen und zu singen… Driving Home For Christmas. Einer der ganz großen Weihnachtshits ist geboren. Mittlerweile hat Chris Rea zu Weihnachten mehr als 180 Pfund im Geldbeutel.

Queen: Thank God it’s christmas!

Es ist Sommer, heiß, Urlaubszeit! Auch vier überarbeitete britische Musiker ruhen sich aus – verdient! Zwei Hits sind gerade in den Charts, die große Tour sitzt ihnen schon im Nacken… und genau JETZT kommt die Plattenfirma und will auf die Schnelle noch einen Weihnachtshit! Zum Glück haben zwei von ihnen - Roger und Brian – schon Ideen in der Schublade. Und ohne groß zu überlegen entscheidet sich die Band für den Vorschlag von Roger… es muss ja schnell gehen! Ab ins Studio und in Rekordzeit wird bei 30 Grad der Weihnachtshit eingespielt!

Der Song ist von 1984

Aber die Botschaft passt irgendwie auch zu diesem Jahr. Denn die vier Jungs singen: „Wir hatten Grund zum Weinen. Wir hatten Hoffnungen und Befürchtungen. Freunde, es war ein langes und hartes Jahr. Aber jetzt ist Weihnachten - Gott sei Dank!". „Thank God it’s christmas!“ – von Queen!

Frankie goes to Hollywood: The Power Of Love

Es gibt Lieder, die zum Weihnachtshit werden, obwohl man es gar nicht geplant hat – und MTV ist auch noch schuld daran. Als Holly ein Liebeslied schreibt, denkt er nicht an Weihnachten. Ihm geht es um die Liebe, die die Seele reinigt. Aber es ist November und die Plattenfirma wittert mit dem Song ein Weihnachtsgeschäft. Diese Kraft der Liebe könnte ja Geld in die Kassen spülen – melancholisch genug ist es ja. Aber es fehlt ein Video, um das Ding anzuschieben.

Denn MTV ist in den 80ern eine echte Macht

Aber die Band ist auf Tour in den USA – hat keine Zeit für Kamera und Drehbuch – aber dafür eine rettende Idee: Warum nicht passend zur Jahreszeit die Geburt Jesu nachstellen? - mit Filmausschnitten und Gemälden aus dem 16. Jahrhundert – ganz ohne Band. Es muss eine himmlische Eingebung gewesen sein, denn ihnen gelingt ein kometenhafter Einstieg in die Charts: kaum Dezember und schon Platz 1 – seitdem ist „The Power Of Love“ einer der schönsten Weihnachtshits der Musikgeschichte.

Let It Snow

Weihnachten ist ein Fest der Traditionen und Rituale. Ihr habt bestimmt auch Sachen, die ihr IMMER an Weihnachten macht. Bei vielen gehört es auch einfach dazu, Weihnachtsfilme zu schauen… „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ zum Beispiel, „Kevin allein zuhaus“ oder… „Stirb langsam“ mit Bruce Willis.

Stirb langsam - Weihnachtshit?!

OK, das ist ein gnadenloser Actionkracher und der hat eigentlich absolut nix weihnachtliches– aber trotzdem… es hat seinen Grund, warum auch dieser Film in der Vorweihnachtszeit bei ganz vielen in Bayern über die Fernseher flimmert. Nämlich: Da kommt ein ganz berühmtes Weihnachtslied vor – also… zumindest ein „Winterlied“ – geschrieben an einem heißen Sommertag im Jahr 1945 und seitdem xmal gecovert… „Let it Snow.“ Man muss schon sagen: es ist eine Leistung, dass ein Lied, in dem kein einziges Mal Weihnachten vorkommt, ein Weihnachtshit geworden ist.

Brenda Lee: Rockin around Christmas Tree

Es sind die quirligen 50er… in Tennessee. Johnny ist schon ein echter Spezialist geworden – ein Spezialist im Weihnachtssongs-Schreiben. Er hat ja schon Rudolph the Red-Nosed Reindeer komponiert. Also wird sein nächstes Werk bestimmt auch ein Hit… er weiß ja wie’s geht! Aber… er braucht dazu eine gute Stimme. Am besten eine Frau. Markant, aber fein. Klar, und doch geheimnisvoll. Er ist auf der Suche und in einem Tonstudio wird er fündig.

Diese eine, besondere Stimme..

Durch die verschlossene Studiotür kann er sie hören – dieser ganz besondere Klang, der seinem neuen Song das besondere Etwas verleihen wird. Die Stimme verstummt, er öffnet die Tür und sieht… nichts! Da steht nur ein kleines Mädchen, 12 Jahre alt, die den Kopf in den Nacken wirft und ihn fragend anschaut. „Wo ist die Frau, die gerade gesungen hat?“ fragt er.

„Hier ist keine Frau… nur ich… ich bin Brenda“, sagt das Mädchen in einem sehr satten Ton. Brenda Lee – 12 und schon so eine Stimme. Mit ihr kann Johnny Marks den Weihnachtsbaum schütteln und rocken… „Rockin‘ Around Christmas Tree“!

Mud: Lonely This Christmas

Die wilden 70er sind im vollen Gange. Auf der Bühne stehen Stars mit Plateaustiefeln, Glitzeranzügen und riesigen Sonnenbrillen – der Glamrock bestimmt die Charts. Auch zu Weihnachten soll das so sein - spült so ein Weihnachtshit doch Geld in die Kassen – um sich wieder neue Plateaustiefel, Glitzeranzüge und riesige Sonnenbrillen leisten zu können.

Verrückte Outfits und Weihnachtskugeln

Bei solch einem bunten Outfit ist der Weg zu Lamettahaaren und Weihnachtskugeln als Ohrringe nicht mehr weit. Und genauso so sahen sie aus - im Fernsehen, als sie vor einem Millionenpublikum für ihre Weihnachtssingle ihren großen Auftritt hatten...die vier Musiker von Mud. Der Song klingt nach Elvis…und so musste es ja durch die Decke gehen: 1974 Platz 1 in Großbritannien: Mud und „Lonely this christmas“

Santa Claus is Coming to town

Es ist Oktober 1932. John und Haven sitzen in der stickigen U-Bahn in New York. Die beiden Komponisten haben einen Termin bei ihrem Verleger. Und so eine Fahrt kann lang – und langweilig sein. In dieser Langweile kommt ihnen die Idee zu einem weihnachtlichen Kinderlied – sowas wie eine Verhaltensregel, was man nicht mehr tun sollte, wenn der Nikolaus in die Stadt kommt. Da sollte man auf jeden Fall brav sein. Um die Idee nicht zu verlieren, kritzeln sie schnell den Text und ein paar Noten auf einen verknitterten Briefumschlag.

Niemand wollte den Song hören - bis...

Die beiden waren begeistert, die Verleger… nicht. Keiner wollte dieses Lied haben – zu kindisch, heißt es. Erst zwei Jahre später hört der Sänger Eddie Cantor auf seine Frau (was ja nie das schlechteste ist).Sie meint, er solle dem Kinderlied doch eine Chance geben. Damals noch live in seiner RadioShow gesungen, erlebte er einen regelrechten Sturm. Alle wollten das Lied haben, allerdings als Noten, denn Schallplatten gab es ja noch nicht so wirklich.

Über 100.000 Bestellungen gingen in der Nacht ein – und einer der erfolgreichsten Weihnachtshits war geboren – geschrieben auf einem kleinen Briefumschlag: „Santa Claus is coming to town“

Have yourself a merry little christmas

Es ist das Jahr 1943 – es tobt der zweite Weltkrieg. Keine heile Welt. Und genau in diesen Wirren schreiben Hugh und Ralph ein Weihnachtslied – eines, das aber passen sollte: „Mach dir eine schöne nette Weihnacht, es könnte deine letzte sein. Nächstes Jahr können wir alle Vergangenheit sein", lautet der eher deprimierende Text – zeigt aber haarscharf die Situation, in der sich die Welt befand.

Kein Glitzer, kein friedliches Weihnachtsfest.

So wollten die beiden es – aber nicht Judy Garland. – diese negativen Zeilen singt sie nicht und weigert sich. Das Lied wird verändert und bringt mehr Wärme und einen Kontrapunkt zum Krieg: „Lass dein Herz leicht sein. Nächstes Jahr sind alle unsere Sorgen vergessen.“, erklingt es ab sofort bei: Have yourself a merry little christmas...

Mariah Carey: All I Want for Christmas is you

Einer der erfolgreichsten Weihnachtshits aller Zeiten begleitet uns schon seit den 90ern. Die Sängerin ist damals ein absoluter Megastar! Ihre ersten Songs schießen weltweit an die Spitze der Charts, ihr Debutalbum ist das meistverkaufte des Jahres und natürlich hagelt es einen Award nach dem anderen. Und als der Rummel ihr mal wieder ein wenig zu viel wird und sie zuhause abschalten will… steht da dieses kleine Keyboard. Nix besonderes, so ein kleines Casio-Keyboard, das man gerne kleinen Kindern unter den Weihnachtsbaum legt und das auch bald kaputt gehen darf. Auf diesem Keyboard beginnt sie ein bisschen herum zu klimpern…

„Hmmm, ein Weihnachtslied“ – denkt sie sich.

„Aber nichts ruhiges“ schießt ihr durch den Kopf – nein – es soll nach gute Laune klingen, schnelle Sounds, rhythmisch, fröhlich, vielleicht im Sixties-Style … auf jeden Fall nicht so besinnlich wie Weihnachtslieder sonst so sind. Und der Text? Hmmm… mal überlegen. Was braucht denn schon zu Weihnachten? Geschenke? Geld? Nicht wirklich. Das einzige, was ich an Weihnachten brauch‘ – bist du!“ „All i want for christmas is you“ von Mariah Carey 

Shakin‘ Stevens: Merry Christmas everyone

Es ist der Winter 1984 – Michael Barratt schaut gebannt auf die Charts – Tag für Tag… wie fast jeder Star im Musikbusiness. Denn fast jeder schickt zu Weihnachten einen Hit ins Rennen, um die Nummer eins zu werden. Doch Michael ist verzweifelt! Zum einen beginnt sein Stern am Pophimmel gerade zu sinken, die Karriere läuft einfach nicht mehr so. Und zum anderen kommt in diesem Jahr einfach keiner an diesem Benefiz-Song vorbei: „Do they know it’s Christmastime“.

Erst auf den zweiten Anlauf ein Welthit

„Das Ding geht einfach durch die Decke – das schaffe ich nie“ denkt sich Michael und zieht seinen eigenen Song zurück. Vielleicht klappt es ja nächstes Jahr. Und er zieht’s durch – bringt 1985 den Song nochmal raus. Und… die Radiostationen sind begeistert. So positiv, so beschwingt und so lässig singt er da über Weihnachten: „Wenn überall Schnee fällt, Kinder spielen und Spaß haben“. Es wird ein Dauerbrenner unterm Weihnachtsbaum: Michael Barratt, alias Shakin Stevens – „Merry Christmas everyone“ 

Winter Wonderland

Ein eiskalter Winter 1934: Ganz Pennsylvania ist weiß gezuckert und der Schnee glitzert im Park, in dem der Zeitungsreporter Richard spazieren geht. Diese klare Luft - er genießt es… denn Richard weiß nicht, wie lange er das noch kann. Er war vor Kurzem beim Arzt und der gibt ihm kaum eine Überlebenschance… Diagnose: Tuberkulose. Aber dieser friedliche Moment im Park lässt Richard seine Ängste kurz vergessen. Die Bilder dieser wunderschönen Winterlandschaft bleiben in Erinnerung – und er hält dieses Gefühl in ein paar Zeilen fest und nennt es „Winter-Wunder-Land“.

Als ein Freund die Zeilen liest, schreibt er spontan die Musik dazu und die beiden wollen das Lied im Studio aufnehmen.

Es muss aber alles ganz schnell gehen, das Orchester hat nämlich nur einen einzigen kurzen Aufnahme-Slot frei – große Anspannung… und… es klappt auf Anhieb: Kaum steht die Platte im Laden, wird es ein weltweiter Erfolg und x-mal gecovert. Richard Smith selbst hat den Erfolg nicht mehr miterleben können. Er wurde nur 36. Aber dieser Hit hat ihn unsterblich gemacht: Winter Wonderland.

Bryan Adams: Christmas Time

Das Jahr 85 – ein gutes Jahr – das Jahr der Durchbrüche: Boris Becker gewinnt als erster deutscher und jüngster Tennisspieler aller Zeiten Wimbledon und Michail Gorbatschow leitet seine Perestroika ein, den Umbau der Sowjetunion… Ein frischer Wind weht, auch bei einem jungen Kanadier. Als Kind schmeißt er mit 15 die Schule… musiziert nur noch… die Gitarre ist sein Ding… doch erst 20 Jahre später kommt sein großer Durchbruch: das Album „Reckless“ erscheint: Summer of 69, One night love affair…ein Hit nach dem anderen, Fotoshootings, Konzerte, Interviews, Stress – und genau da fordert die Plattenfirma auch noch einen Weihnachtshit.

Weihnachtszeit: Zwischen Stress und Besinnlichkeit

Vielleicht ist es genau dieses Gefühl zwischen Stress und Besinnlichkeit, die Bryan Adams kreativ werden lässt. Und Stress und Besinnlichkeit – gehört ja beides irgendwie auch zu Weihnachten! Bryan sitzt also im Studio und denkt an seine Kindheit – wie es ist, auf den Weihnachtsmann zu warten, Kerzenduft, Plätzchen, Wärme, Liebe - und er schreibt einen der wunderbarsten Weihnachts-Rocksongs aller Zeiten: Christmas Time. 

Band Aid: Do they know it’s christmas…

Es ist November – grauer Nebel hängt über London. Bob ist fertig mit der Welt. Er kommt sich vor wie ein geprügelter Staubsaugervertreter. Bei sämtlichen Radiostationen preist er die neue Single seiner Band an… wie sauer Bier.Müde und ausgelaugt lässt er sich in seinen Sessel fallen und schaltet den Fernseher an. BBC Nachrichten – wie immer. Doch die Bilder, die da über den Bildschirm flimmern… veränderten alles. Sie brennen sich in sein Hirn:

Bilder, die die Not eines ganzen Kontinents zeigen: Afrika.

Und in diesem Moment weiß Bob: Er will… Nein er MUSS einen Hit zugunsten dieser notleidenden Menschen schreiben! Der Rest ist Geschichte: Innerhalb eines Monats trommelt er fast 50 hochkarätige Superstars auf der ganzen Welt zusammen. Alle gemeinsam singen im Chor gegen den Hunger. Ohne Gage – alle Einnahmen gehen nach Afrika. Für Bob Geldof ist es ein echtes Weihnachtswunder. Band Aid – Do they know it’s christmas… 

José Feliciano: Feliz navidad

Als der kleine José in den Puerto Rico geboren wird, kann man nicht davon sprechen, dass er „das Licht der Welt“ erblickt. José ist blind. Aber er ist ein musikalisches Genie – bereits mit fünf Jahren spielt er perfekt Gitarre und Akkordeon. Schon bald ernährt der Kleine mit seinen Auftritten nicht nur sich und seine Eltern, sondern auch noch seine 10 Geschwister.

Als er volljährig ist, bekommt er seinen ersten Plattenvertrag und wird in Lateinamerika zum absoluten Superstar.

Auf dem Höhepunkt seiner Karriere schreibt er dann in nur fünf Minuten einen Song, der ihn mit einem Schlag auf der ganzen Welt berühmt macht. Es sind Erinnerungen an seine Kindheit, an wunderschöne Weihnachtsfeste auf dem Bauernhof seiner Familie. Und genauso schön und unbeschwert, wie er Weihnachten in Erinnerung hat, klingt auch der Song. "Feliz navidad" von José Feliciano

Jingle Bells

Musik verzaubert uns. Vor allem Weihnachtshits: das ist Wärme und Liebe. Mit ihnen feiern wir, lachen gemeinsam mit unseren Liebsten – Weihnachtshits werden auf der ganzen Welt gesungen. Und ein Song, der hat es sogar ins Weltall geschafft. Am 16. Dezember 1965 erlauben sich Astronauten, die sich gerade auf der Erdumlaufbahn befinden, einen Scherz. 

Per Funkspruch geben sie durch:
„Wir sehen ein Objekt, das aussieht wie ein Satellit, der von Norden nach Süden wandert… es ist ein großes Kommandomodul mit acht kleineren Modulen davor. Und der Pilot des Kommandomoduls trägt einen roten Anzug.“ 

Kaum gesagt, zücken die Astronauten Mundharmonika und Schellenband und singen das erste Lied, das aus dem Weltraum übertragen wurde. Rund hundert Jahre, nachdem es geschrieben worden ist: Jingle Bells 

Wham: Last Christmas

Einmal im Leben etwas tun und dann nie wieder arbeiten müssen. Einmal einen Geistesblitz haben und daraufhin jedes Jahr rund 8 Millionen Euro kassieren… das ist wie ein 6er im Lotto! Und mal ehrlich: sowas funktioniert nie, wenn man es plant. 

Es passiert halt einfach – und es ist Georgios Panagiotou passiert.

Der junge 19-Jährige sitzt zu Hause und denkt über Ostern nach… und die Liebe – die verflossene. Und schreibt darüber ein Lied. Nichts Besonderes. Es landet in der Schublade, um kurze Zeit später wieder aufzutauchen - leicht abgewandelt – diesmal denkt Georgios – besser bekannt als George Michael - über Weihnachten nach – und die Liebe, die verflossene. Hey, das passt doch viel besser!

Fertig ist der endlose Geldstrom aufs Konto, fertig ist der polarisierendste Weihnachtshit des Universums, fertig ist Last Christmas – der meistgespielte Weihnachtssong im Radio… und jetzt für Euch bei ANTENNE BAYERN Weihnachtshits: „Wham“!

Sleigh Ride

Leroy liebt die goldenen 20er in den USA – ist das doch eigentlich seine Sturm- und Drangzeit, voll die Pubertät. Aber der Sohn eines schwedischen Einwanderers lernt lieber, will er doch Musik in Havard studieren. Streber würde man ihn heute wahrscheinlich nennen… Sprachen kann er ja schon: Dänisch, Norwegisch, Isländisch, Deutsch, Französisch, Italienisch und Portugiesisch, neben dem Schwedisch und Englisch seiner Kindheit.

„Gut, dann studiere ich halt doch Musik“ 

sagt er sich – und setzt später mit seinen Kompositionen Meilensteine für Orchestermusik. Wer kennt nicht sein Werk, das Jerry Lewis groß gemacht hat: The Typewriter.

So ist Leroy Anderson… baut immer die passenden Utensilien sozusagen als Instrumente ein: Hier eine Schreibmaschine, da Sandpapier, dort eine Standuhr oder: Schlittenglocken für ein Weihnachtsstück, das eigentlich nur eine winterliche Schlittenfahrt mimen sollte. Sleigh Ride.

Und wie es sich gehört, geschrieben 1948 in seinem Sommerhaus, während einer Hitzewelle – wahrscheinlich die beste Inspiration als Abkühlung durch einen Weihnachtshit.

Gingerbread: Christmas Time

Weihnachten – Zeit der Geschenke. Jede Firma möchte auch was Feines für Partner und Kunden weitergeben – zur Pflege der Geschäftsbeziehungen. Das ist wichtig. Auch für eine Musikagentur, die Mitte der 80er eine Idee hat: Ein eigener Weihnachtssong, ein Ohrwurm, den niemand kaufen kann!  Als zwei Komponisten aus Unterfranken genau diesen Auftrag bekommen, hielten sie es zunächst für einen Scherz. Sie haben wirklich schon viel erlebt: Haben Hits für Chaka Khan oder Paul Anka geschrieben… aber jetzt einfach so ein Gimmick für eine Agentur? Klingt irgendwie total schäbig…

Trotzdem: Kreativität schießt durch ihre Köpfe, eine Idee ergibt die nächste. Sogar der Bandname ist schnell gefunden: Pfefferkuchen auf Englisch: Gingerbread. 

Nach kurzer Zeit ist das Kundengeschenk fertig – und die Reaktion riesig – alle wollen das Ding haben.

Das Komponisten-Duo schickt eigenmächtig Aufnahmen an Radiostationen – wieder große Begeisterung: so groß, dass sich das Lied zu einem richtigen Radiohit entwickelt – so ganz ohne Werbung. Erst 2009 – also 24 Jahre später - erscheint offiziell eine CD mit „Christmas time“ von Gingerbread

Little Drummer Boy

Weihnachten – das Fest der Geschenke… Aber warum schenken wir uns eigentlich was? Klar, erstens: Weil Gott sich selbst in der Krippe schenkt und zweitens: weil die Heiligen Drei Könige mit Geschenken ihre Aufwartung machen: Gold, Weihrauch und Myrrhe. Und jetzt stellt euch mal vor, neben diesen Heiligen Drei Königen mit ihren ganzen teuren Sachen… steht ein kleiner Junge, der NIX hat! Kein Geschenk für Jesus

Das Einzige, was dieser arme Junge kann, ist trommeln. 

Also spielt er dem Jesukindlein ein Lied – mehr hat er nicht. Und Jesus in der Krippe schaut den Jungen an… und lächelt – lächelt ganz tief in sein Herz. Das ist die Botschaft von „Little Drummer Boy“.

White Christmas

Was ist das erfolgreichste Weihnachtslied aller Zeiten? Nein, nicht LAST Christmas, sondern WHITE Christmas! Wir kennen es alle, schön gesungen von Bing Crosby, entführt es uns in eine heile Welt, in der alles verschneit ist und Träume wahr werden. Das Interessante an dem Lied: Der Komponist Irving Berlin kann weder Noten lesen noch schreiben.

Eines Wochenendes schießt ihm 1941 die Melodie durch den Kopf – er summt sie sofort einem Kollegen vor und der schreibt aus dem Gehör die Noten. Irving ist von seiner Komposition so überzeugt, dass er sagt: „Es ist nicht nur der beste Song, den ich jemals geschrieben habe, sondern es ist der beste Song, den jemals jemand geschrieben hat“. 

Bing Crosby ist da nicht ganz so euphorisch – aber er singt es halt ein.

Erst im Nachhinein entdeckt er den Wert des Stücks und schämt sich für seinen Gesang… Crosby sagt: „Selbst eine Dohle mit Hasenscharte hätte das Lied erfolgreich singen können“… so gut ist White Christmas!

John Lennon: Happy Xmas

Es ist das Jahr 1971. Krieg liegt in der Luft- schon seit Jahren. Europa ist gespalten, in Asien tobt der Vietnamkrieg. So viel Hass auf der Welt, so viele Menschen stehen sich unversöhnlich gegenüber. Und genau das wühlt die Seele von John auf. Es lässt ihm keine Ruhe. Klar, er hat eigentlich alles geschafft, ist angesehener Musiker, hat mit seiner Band die Welt erobert, er hat viel verdient, in seiner Garage steht ein Rolls Royce… aber darum geht es ihm nicht.

Er will die Welt verändern

Aufzeigen, dass Krieg nie eine Lösung bringt, sondern nur Leid. John überlegt und kommt zum Schluss, dass die Herzen vielleicht gerade zu Weihnachten offen sind für seine Friedensbotschaft: „Der Krieg ist vorbei – wenn ihr es wollt. Ihr habt es selbst in der Hand“. Und John Lennon trifft die Menschen direkt ins Herz mit „Happy Christmas – war is over“.

Melanie Thornton: Wonderful Dream

Es ist dunkel über der Schweiz, Berge ragen schemenhaft in die Nacht, Schnee peitscht gegen die Scheiben, der Pilot kämpft mit seiner Maschine gegen das Unwetter an – doch vergebens… er kann die Katastrophe nicht mehr verhindern.

Melanie ist in diesem Flugzeug unterwegs zu einem Auftritt, will unbedingt ihren neuen Hit singen, den jeder aus der Werbung kennt. IHR Song, der im Hintergrund läuft, wenn ein knallroter, hellbeleuchteter Weihnachtstruck im Schnee durch die Landschaft düst. IHR Song, der ein bisschen Wärme in jeden Werbeblock bringt.

Melanie kommt nie auf ihrer Bühne an - ihr Hit aber wird ein Welterfolg

Sie hinterlässt einen unvergesslichen Weihnachtssong! Jedes Jahr, wenn wieder ein Weihnachtstruck Cola ausfährt, denken wir auch ein bisschen an sie: Melanie Thornton - "Wonderful Dream“

Rudolph The rednose Reindeer

Wenn der Weihnachtsmann um die Welt zischt und Geschenke verteilt, spannt er vor seinen Schlitten 1,2,3,4,5,6,7… 8 Rentiere – normalerweise. Aber 1940 kommt ein neuntes Rentier dazu. Es heißt Rudolph und wird von den anderen immer ausgelacht, weil es eine leuchtend rote Nase hat. Doch eines Nachts wird plötzlich allen klar, wie wichtig diese Nase ist: Es ist sooo neblig, die Sicht so schlecht, dass der Weihnachtsmann eine Nebelleuchte braucht: 

Der große Einsatz für „Rudolph, the rednose Reindeer“… und wie stolz er sie jetzt trägt. 

Soweit die Geschichte, geschrieben 1939 in Chicago. Eine Erfolgsgeschichte, denn eine Kaufhauskette bringt die Story als Malbuch heraus - und später wird dazu ein Lied geschrieben – sofort Platz 1 in den Charts. Ein schönes Geschenk an den Weihnachtsmann, der dem Außenseiter-Rentier Rudolph eine große Chance gegeben hat.

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