05.05.2022 | Service Zensus 2022: So funktioniert die Volkszählung

2022 gibt es nach 11 Jahren Pause wieder eine Volkszählung. Von den Zensus-Ergebnissen hängt viel ab: Gesetze, Einteilung von Wahlkreisen, die Entscheidung über einen zusätzlichen Feiertag. Die Teilnahme ist Pflicht. Alles, was ihr zum Zensus 2022 wissen müsst, haben wir euch hier zusammengefasst.

Foto: Arno Burgi/ZB/dpa

Wie viele Einwohner hat NRW eigentlich genau? Wie leben die Menschen hier? Welchen Schulabschluss haben sie? Welchen Beruf üben sie aus? 

Diese Fragen werden alle 10 Jahre beim Zensus beantwortet. Obwohl der letzte Zensus im Jahr 2011 war, findet er erst in diesem Jahr statt. Grund dafür ist, dass die Befragungen, die eigentlich 2021 hätten stattfinden sollen, wegen der Corona-Pandemie diesmal um ein Jahr auf 2022 verschoben wurden. 

Wir klären eure wichtigsten Fragen und Antworten zur Volkszählung.

Alle Fragen auf einen Blick:

Hier kommen die Antworten auf eure Fragen zum Zensus 2022:

Wer wird befragt?

Bei der letzten wortwörtlichen «Volkszählung» 1987 wurde noch bei sämtlichen Bürgerinnen und Bürgern in Deutschland «durchgezählt». 2022 behilft man sich wie beim letzten Zensus 2011 mit einer zufällig ausgewählten Stichprobe. In NRW wurden nach diesem Verfahren laut dem Landesamt für Information und Technik rund 1,4 Millionen Personen im Rahmen der Haushaltsstichprobe befragt. Auch Wohnheime und Gemeinschafts­unterkünfte werden in die Zensus-Befragungen einbezogen. Dort erfolgt eine Voll­erhebung. Bei der Gebäude- und Wohnungs­zählung befragt IT.NRW etwa 4 Millionen Eigen­tümer­innen und Eigentümer von Wohn­raum schriftlich.

Deutschlandweit werden etwas mehr als 10 Prozent, also etwa 10,2 Millionen Menschen befragt. 

Wann finden die Befragungen statt?

Die ersten ausgewählten Personen werden am Sonntag, 15. Mai, befragt. Die Erhebungen sollen bis Mitte August abgeschlossen sein.

Wer befragt?

In NRW sind rund 10.000 Erhebungsbeauftragte im Einsatz, die sich dafür gemeldet haben. Diese Interviewer absolvieren eine Schulung - mit den Befragungen können sie sich steuerfrei etwas dazuverdienen.

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Wann erfahre ich, ob ich ausgewählt wurde?

Die Interviewer können sich selbst einteilen, wann sie innerhalb des Befragungszeitraums wen befragen. Vorab informieren sie die ausgewählten Haushalte mit schriftlichen Terminankündigungen. Einige Bürgerinnen und Bürger in NRW könnten diese schon im Briefkasten haben. Innerhalb der kommenden zwei Wochen sollten die meisten Ausgewählten Bescheid wissen. Terminankündigungen können aber auch noch nach dem Zensus-Start eintreffen.

Wie läuft so eine Befragung ab? Wie lange dauert sie?

Der Interviewer kommt zum vorher angekündigten Termin. Allen ausgewählten Personen werden Fragen etwa zu Alter, Familienstand oder Haushaltsgröße gestellt. Das dauert zwei bis zehn Minuten.

Ungefähr der Hälfte der Personen werden zudem Fragen aus einem erweiterten Fragebogen gestellt. Dabei geht es etwa um Schulabschluss oder Beruf. Diese Befragung dauert nochmal zehn bis 15 Minuten. Man kann diese Fragen entweder direkt dem Interviewer beantworten, einen Papier-Fragebogen ausfüllen oder später online antworten.

Im Rahmen des Zensus werden außerdem - unabhängig von den Befragungen der Bürgerinnen und Bürger - Auskünfte aller Eigentümerinnen und Eigentümer von Wohnungen oder Gebäuden mit Wohnraum eingeholt.

Hier gehts zum Musterfragebogen

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Muss ich antworten?

Ja. Nach dem Zensusgesetz 2022 sind die ausgewählten Personen auskunftspflichtig. Kommt man auch Erinnerungen und Mahnungen nicht nach, wird im schlimmsten Fall ein Zwangsgeld von etwa 300 Euro fällig - von der Auskunftspflicht ist man mit der Zahlung laut Statistikamt übrigens nicht entbunden. Beim Zensus 2011 war die Auskunftsbereitschaft demnach aber sehr hoch. Zwangsgelder habe es nur in Einzelfällen gegeben.

Unabhängig von der Verpflichtung sei der Zensus für eine Demokratie unverzichtbar. Er garantiere die gerechte und damit faire Verteilung demokratischer Teilhabe in Bund, Länder und Kommunen.

Ich gebe fremden Menschen Auskunft - was ist mit dem Datenschutz?

Der zuständige Landesbetrieb für Information und Technik in NRW sagt dazu, dass personen­bezogene Daten, wie z. B. der Name, zwar ab­gefragt würden, allerdings keine Rück­schlüsse auf die Befragten möglich seien. Zudem würden Personen, die die Erhebung durchführen, zur Wahrung der Geheim­haltung verpflichtet. Die Online-Daten­übermittlung erfolgt demnach ver­schlüsselt und die erhobenen Daten werden nicht an Dritte weiter­gegeben, auch nicht an andere Be­hörden außerhalb der Statistik. 

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Warum wird der Zensus gemacht? Wofür werden die Ergebnisse verwendet?

Mit dem Zensus soll zum einen die genaue Bevölkerungszahl ermittelt und Ungenauigkeit in den Melderegistern behoben werden. Für Aufsehen sorgte nach dem Zensus 2011, dass laut den Ergebnissen gut eineinhalb Millionen weniger Menschen in Deutschland lebten als angenommen. 

Für NRW wurde ein ähnlicher Trend festgestellt. Am 9. Mai 2011, dem Zensusstichtag, lebten hier 17.538.251 Menschen, das waren etwa 297 000 Einwohner weniger als angenommen.

Der Zensus geht aber über eine bloße Zählung hinaus, die Ergebnisse sind Grundlage politischer und wirtschaftlicher Entscheidungen.

Wann liegen die Ergebnisse des Zensus 2022 vor?

Voraussichtlich ab Ende 2023.

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